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Was bedeutet das für die digitale Aufzugsnotruf-Kommunikation?
Die Digitalisierung der Telekommunikationsnetze und die bevorstehende 2G-Abschaltung verändern die Anforderungen an Aufzugsnotrufsysteme grundlegend.
Während in vielen europäischen Ländern eine reine Sprachverbindung ausreichend ist, verlangt der deutsche Markt häufig eine strukturierte, zukünftig digitale Alarmübertragung, z.B. nach VdS 2465.
Dieser Unterschied hat direkte Auswirkungen auf:
- die Auswahl von 4G-/VoLTE-Systemen
- die EN 81-28 Konformität
- die Anbindung an Notrufzentralen
die Zukunftssicherheit von Aufzugsanlagen
Was ist VdS 2465?
VdS 2465 ist ein standardisiertes Protokoll zur digitalen Übertragung von Alarmmeldungen verbauter Alarmanlagen an Leitstellen (Alarmempfangsstellen).
Es definiert:
- Aufbau strukturierter Alarmereignisse
- Quittierungsmechanismen
- Übertragungslogik
- Callback-Verfahren
- Identifikation des sendenden Systems
Im Gegensatz zu einer rein sprachbasierten Alarmierung wird das Ereignis digital übertragen und muss von der Leitstelle aktiv bestätigt werden.
Warum ist VdS in Deutschland besonders relevant?
In Deutschland sind viele Notrufzentralen aus der Sicherheitsbranche hervorgegangen.
Das bedeutet:
- Digitale Protokollierung ist Standard
- Ein hoher Sicherheitsstandard ist beinhaltet
- Alarmmeldungen müssen strukturiert sein
- Ereignisse müssen nachvollziehbar dokumentiert werden
- Callback-Modi sind häufig vorgesehen
Eine reine Sprachverbindung ohne vorherige digitale Alarmmeldung entspricht in vielen Fällen nicht mehr den technischen Erwartungen.
Unterschied Deutschland vs. Europa
| Europa (typisch) | Deutschland (typisch) |
|---|---|
| Sprachbasierter Alarm | Digitale Alarmmeldung + Sprache |
| Manuelle Identifikation | Automatische Geräteidentifikation |
| Keine strukturierte Meldung erforderlich | Strukturierte VdS 2465 Meldung |
| Geringere Protokollanforderung | Dokumentationspflicht |
Mit der All-IP-Umstellung und dem Rückbau von 2G-Netzen verstärkt sich dieser Unterschied.
Mehr zur Netzumstellung: 2G-Abschaltung in Deutschland – Auswirkungen auf Aufzugsnotrufsysteme
Welche Rolle spielt die 2G-Abschaltung?
DTMF-basierte Systeme wurden ursprünglich für leitungsvermittelte Netze entwickelt.
In IP-basierten Netzen werden Signale paketisiert. Dadurch kann es zu folgenden Problemen kommen:
- Fehlgeschlagenen Testanrufen
- Verzögerten Alarmmeldungen
- Instabiler DTMF-Übertragung
- Risiko für EN 81-28 Konformität
Digitale Alarmprotokolle wie VdS 2465 bieten hier eine höhere Stabilität, da sie nicht auf Tonübertragung angewiesen sind.
Wie erfüllen AVIRE Systeme die VdS-Anforderungen?
Um den Anforderungen des deutschen Marktes gerecht zu werden, wurde in unseren Gateways – einschließlich der DCP Evo – das Protokoll VdS 2465 implementiert.
Produktdetails: Vollständig digitale Notrufkommunikation mit DCP Evo
DCP Evo von MEMCO
- Einfach zu installieren
- Kompatibel mit bestehender Infrastruktur
- Bereits auf 4G-/VoLTE-Basis lauffähig
- Erweiterbar mit digitalen Modulen wie Remote Monitoring, Sprachansagen, Notstromversorgung etc.
DCP Evo bietet zusätzlich eine Anbindung an das AVIRE Hub, eine zentrale Plattform zur Verwaltung und Fernwartung aller Notrufsysteme. Dies spart nicht nur Zeit und Kosten, sondern ermöglicht auch eine proaktive Wartung.

Protokollkonvertierung für Bestandsanlagen
Der Großteil der bestehenden Aufzugsnotrufsysteme arbeiten mit:
- P100
- Meldungen von Aufzugswärtermodulen (AWM)
Unsere Gateways ermöglichen:
- P100 → VdS 2465
- AWM → VdS 2465
Das bedeutet: Bestehende analoge Systeme können weiter genutzt werden, während die Alarmübertragung digital und VdS-konform erfolgt.
Für Modernisierungsprojekte: Analog-zu-Digital Upgrade Lösung
VdS Callback-Modus
Unsere Digital Audio Units (DAU) unterstützen:
- Ausgehende VdS-konforme Alarmmeldungen
- VdS Callback-Modus
- Digitale Quittierung durch die Leitstelle
Ablauf bei Alarm:
- DAU erzeugt Alarmereignis
- Gateway (z. B. DCP Evo) sendet VdS 2465 Meldung
- Leitstelle quittiert Alarm
- Sprachverbindung wird aufgebaut oder Callback erfolgt
Dieser Ablauf stellt sicher, dass:
- Alarmmeldungen strukturiert übertragen werden
- Ereignisse dokumentiert bleiben
Die Kommunikation normgerecht erfolgt
Warum ist VdS-Kompatibilität zukunftssicher?
Mit Blick auf: 2G-Abschaltung; All-IP-Netzarchitektur, VoLTE / VoIP, EN 81-28 Anforderungen ist es klar:
Eine reine 4G-Verbindung reicht nicht aus, wenn keine strukturierte Alarmübertragung erfolgt.
VdS 2465 ermöglicht:
- Digitale Alarmpakete
- Sichere Quittierung
- Rückruflogik
Kompatibilität mit deutschen Leitstellen
Fazit
Deutschland stellt höhere Anforderungen an die digitale Aufzugsnotruf-Kommunikation als viele andere europäische Länder.
Wer modernisiert, sollte sicherstellen, dass:
- VdS 2465 unterstützt wird
- Callback-Modus verfügbar ist
- Protokollkonvertierung möglich ist
- Firmware remote aktualisierbar ist
Im Kontext der 2G-Abschaltung ist VdS-Kompatibilität kein optionales Feature – sondern eine strategische Entscheidung für Sicherheit und Zukunftsfähigkeit.
FAQ – VdS & Digitale Aufzugsnotruf-Kommunikation
VdS 2465 ist ein digitales Protokoll zur strukturierten Alarmübertragung an Leitstellen. Es ermöglicht eine sichere, quittierte und dokumentierte Alarmmeldung vor dem Sprachaufbau.
Es gibt keine pauschale gesetzliche Pflicht, jedoch erwarten viele deutsche Notrufzentralen eine VdS-konforme Alarmübertragung. Ohne diese kann es zu Inkompatibilitäten kommen.
Nein. Eine 4G-Verbindung stellt nur die Transporttechnologie dar. Ohne digitales Alarmprotokoll wie VdS bleibt die Alarmstruktur unzureichend.
Ja. Mit geeigneten Gateways kann P100 in VdS 2465 konvertiert werden, sodass die bestehende Hardware erhalten bleibt.
EN 81-28 fordert unter anderem regelmäßige Testanrufe und zuverlässige Alarmübertragung. Digitale Protokolle erhöhen hier die Stabilität.
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