Egal wie sie genannt werden: Notruftelefone, Autodialer, Fernalarme oder einfach “Aufzug-Notruftelefone”, in Europa ist ihnen allen eines gemeinsam:

EN81-28 “Fern-Notruf für Personen- und Lastenaufzüge”.

Seit 2003 ist Teil 28 der Branchenstandard für die Installation, Prüfung und Entwicklung von Notruftelefonen. 2018 erfolgte eine umfangreiche Überarbeitung.

Wie wirken sich diese Änderungen an den Bestimmungen für Aufzug-Notruftelefone auf  Sie aus?

Eine Stunde Batteriereserve… aber wie wissen wir das?

Die Batteriereserve des Notruftelefonsystems ist notwendig, da ein Stromausfall einen Personeneinschluss zur Folge haben kann. Um sich auf eine Batteriereserve verlassen zu können, ist es wichtig zu wissen, dass diese in einwandfreiem Zustand ist.

Zusätzlich zur Bereitstellung eines Fernalarms, falls die Batterie die "Ein-Stunden-Funktion" (mittlerweile ergänzt um die Anforderung, dass diese eine Stunde "15 Minuten Sprachkommunikation" beinhalten muss) nicht unterstützen kann, muss an der Installation eine eindeutige Anzeige ausgegeben werden. Dadurch soll sichergestellt werden, dass ein Techniker vor Ort feststellen kann, ob die Batterie geladen ist oder ausgetauscht werden muss.

Besondere Beachtung ist jetzt auch dem “Sender” geschenkt worden, also der Vorrichtung, über die das Aufzug-Notruftelefon mit der Außenwelt kommuniziert. Während der Sender selbst weiterhin in der Norm nicht berücksichtigt wird, gelten wenn er in der Einheit integriert ist (z.B. ein internes GSM/GPRS-Modul), die Anforderungen an die Notstromversorgung auch für den Sender.

3-Tage-Tests… aber was testen wir?

In den letzten 15 Jahren gab es verschiedene Ansätze bei der Durchführung der Drei-Tage-Testanrufe.

Bei dem heute gängigsten System wird ein Anruf über den Sprachkanal getätigt, bei dem das Mehrfrequenzwahlverfahren (MFV) verwendet wird, um Testinformationen vom Aufzug-Notruftelefon an einen Software-Empfänger zu übertragen.

Der Abschnitt “Verfügbarkeit/ Zuverlässigkeit” ist in der EN 81-28 aktualisiert worden und gibt an, dass für den Drei-Tage-Testanruf die gleichen “Kommunikationseinrichtungen”  zu nutzen sind wie für einen Alarmanruf. Es hat einige Verwirrung in Bezug auf die Auswirkung dieser Bestimmung gegeben, wenn GSM (oder ein vergleichbarer Standard) genutzt wird, um über das Mobilfunknetz zu kommunizieren; insbesondere in Bezug auf die Verwendung der Datenübertragung während Testanrufen im Gegensatz zur MFV-Übertragung über den Sprachkanal.

Der wichtige Punkt hierbei ist die Verwendung von “Kommunikationseinrichtungen” und nicht des “Kommunikationskanal s”. Mobilfunknetze priorisieren Kommunikationskanäle wie folgt (in absteigender Reihenfolge): Sprache, SMS, Daten.

Dementsprechend kann ein Gerät, wenn es Daten übertragen kann, ebenfalls Sprache übertragen. Die „Kommunikationseinrichtung“ ist somit dahingehend getestet worden.

Die Verwendung von Daten anstelle der MFV-Übertragung über den Sprachkanal ist eine preiswertere und zuverlässigere Methode zur Übertragung von Testinformationen. Dies ist der Fall, weil die Sprachnutzung der MFV-Übertragung in vollen Minuten berechnet wird und die Töne gestört werden können, wenn die Übertragung über das Mobilfunknetz erfolgt.

Gibt es noch mehr über die Aktualisierung der Norm EN 81-28 zu sagen?

Die Alarmfilterung ist aktualisiert worden, damit die Filterfunktion automatisch umgangen wird, wenn der Alarmtaster länger als 30 Sekunden lang gedrückt wird. Techniker vor Ort müssen bei der Prüfung des Telefons nicht mehr warten, bis sich die Türen geschlossen haben.

Die Lage des Alarmdrucktasters ist standardisiert worden; er befindet sich in 850 mm bis 1200 mm Höhe über dem Fahrkorbboden. Dies beseitigt eine frühere Diskrepanz zwischen EN 81-28 und EN 81-70 in Bezug auf die Höhe des Alarmdrucktasters.

Ein neuer Abschnitt hinsichtlich der “Verifizierung und Prüfung” der Systeme ist hinzugefügt worden. Zu diesem gehört ein Abschnitt mit dem Titel “Überprüfungen und Tests vor der Inbetriebnahme”, in dem eine Aufstellung spezifischer Tests enthalten ist, die durchgeführt werden müssen, bevor der Aufzug in Betrieb genommen werden darf. Diese eindeutige Beschreibung ist sehr viel hilfreicher als die einzelne Zeile “Tests vor der Inbetriebnahme müssen die Funktion des Alarmsystems beinhalten”, die in der Version aus dem Jahr 2003 verankert ist.

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