Die zweite Generation des Mobilfunknetzes, 2G, nahm 1993 den Betrieb auf. Dieses Netz, mit dem zahlreiche standardisierte GSM-Technologien (Global System for Mobile Communications) eingeführt wurden, war die Basis für die heutigen, moderneren 3G- und 4G-Netze. 2G war das erste Netz, mit dem Roaming, Datentransfers und die digitale Sprachübertragung möglich waren.

Die Einführung schnellerer und effizienterer 3G- und 4G-Netze hat die Nachfrage nach 2G-Mobilfunkverträgen für Verbraucher verringert (der wichtigste Treiber für die Netzentwicklung). Netzbetreiber haben die Notwendigkeit der Bereitstellung des 2G-Netzes überprüft und schalten es derzeit schrittweise ab.

Schritt für Schritt erfolgt beim 2G-Netz die Abschaltung

Als erster Betreiber nahm der asiatische Provider KDDI das 2G-Netz im Jahr 2008 außer Betrieb. Andere Netzbetreiber folgten kurz darauf:

• Japan schaltete das 2G-Netz im Jahr 2012 komplett ab
• Südkorea und Neuseeland begannen mit der Außerbetriebnahme der 2G-Netze im Jahr 2012
• Thailand begann mit der schrittweisen Abschaltung des 2G-Netzes im Jahr 2013
• Die kanadische Manitoba Telecom schaltete das 2G-Netz 2016 ab; Bell und Telus beendeten die Nutzung des 2G-Netzes im Jahr 2017
• Der australische Provider Telstra stellte den Betrieb des 2G-Netzes im Jahr 2016 ein, 2017 folgten Optus und Vodafone Australien

In Europa sind die Auswirkungen der 2G-Abschaltung noch nicht vollständig spürbar; Swisscom hat angekündigt, das 2G-Netz bis 2020 abzuschalten, während viele andere europäische Provider, einschließlich Vodafone, das Ende des 2G-Netzes für 2025 anvisieren. SFR in Frankreich wird das 2G-Netz bis 2030 weiter betreiben.

Teilweise werden die 2G-Netzwerke weiter betrieben, da das Internet der Dinge (IoT) und Machine-to-Machine-Geräte (M2M) zur Datenübertragung auf eine 2G-Verbindung angewiesen sind. Insbesondere die zunehmende Verbreitung von intelligenten Zählern bedeutet, dass 2G voraussichtlich für die Lebensdauer der ersten Generation dieser Geräte bestehen bleiben wird.

Was ist mit 3G?

3G könnte möglicherweise noch vor 2G von der Bildfläche verschwinden, da nicht die gleiche Nachfrage nach 3G-Verbindungen für IoT- und M2M-Anwendungen besteht. Telenor Norway beabsichtigt, das 2G-Netz bis zum Jahr 2025 zu nutzen; 3G soll allerdings schon bis 2020 abgeschaltet werden. Die Swisscom hat im November 2019 die Unterstützung für das 2100-MHz-Band in ihrem 3G-Netz eingestellt, so dass nur noch das 900-MHz-Band übrig bleibt.

Das 3G-Netz beinhaltet zahlreiche Weiterentwicklungen von Funktionen des 2G-Netzes und ist seit einem Jahrzehnt auf dem Markt. Beim LTE (long-term evolution) ist 4G in vielen Bereichen des Netzes eingebunden, in welchen zuvor 3G die beste Option war. 4G ist 3G gegenüber überlegen, da es sowohl höhere Geschwindigkeit als auch bessere Qualität für kompatible Geräte bietet. Wo 4G zur Verfügung steht, wird 3G langsam überflüssig. Beim 2G-Netz ist dies nicht der Fall, da zahlreiche Geräte, die im 2G-Netz arbeiten, nicht mit 3G und 4G kompatibel sind.

4G hat ein zusätzliches Kompatibilitätsproblem: es gibt keinen Sprachkanal. Wenn ein Sprachkanal benötigt wird, stellen 4G-Geräte auf 3G-Kompatibilität um und tätigen Sprachanrufe unter Verwendung der 3G-Netze. Diese Sprachfunktion ist bei Notrufen ausschlaggebend – dies trifft auch auf Notrufe aus Aufzügen zu. Die vollständige Abschaltung von 2G- und 3G-Netzen ist erst möglich, wenn 4G über einen Sprachkanal verfügt oder die Entwicklung eines 5G-Netzes mit Sprachübertragung abgeschlossen ist.

Fazit

Nutzer stellen derzeit eine abnehmende Verfügbarkeit von 2G- und 3G-Lösungen fest, wobei sich diese Entwicklung in Zukunft noch verstärken wird. Das Jahr 2025 scheint ein Einschnitt für die meisten Netzbetreiber zu sein, einschließlich der Abschaltung des 2G-Netzes in Großbritannien. Die hier gezeigten Zeitpläne sind eine Orientierungshilfe, die von den einzelnen Netzbetreibern bereitgestellt wird. Bei der zukünftigen Entwicklung von Produkten müssen diese zu erwartenden Änderungen berücksichtigt werden, damit die Produkte für die letztendliche Abschaltung der 2G- und 3G-Netze vorbereitet sind.

Nutzer stellen derzeit eine abnehmende Verfügbarkeit von 2G-und 3G-Lösungen fest, wobei sich diese Entwicklung in Zukunft noch verstärkt. Das Jahr 2025 scheint also eine Zäsur für die meisten Netzbetreiber zu sein. Die hier gezeigten Zeitpläne sind eine Orientierungshilfe, die von den einzelnen Netzbetreibern bereitgestellt wird. Bei der zukünftigen Entwicklung von Produkten müssen diese zu erwartenden Änderungen berücksichtigt werden, damit die Produkte für die letztendliche Abschaltung der 2G- und 3G-Netze vorbereitet sind.

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